Die Beispielkommune Herzberg (Elster) Kreisstadt gilt als inspirierendes Vorbild für zukunftsweisende Bürgerbeteiligung, Mitmachkultur und innovative Verwaltungspraxis. Das zentrale Leitmotiv: Gute Stadtentwicklung gedeiht dort, wo Politik und Verwaltung echte Beteiligungsbereitschaft zeigen und eine wertschätzende, serviceorientierte Grundhaltung gegenüber Bürgerinnen und Bürgern pflegen. Erfahrungsberichte und Diskussionsbeiträge der Teilnehmenden heben hervor, dass Beteiligung sowohl neue Perspektiven als auch größere gesellschaftliche Akzeptanz ermöglicht – vorausgesetzt, sie ist ernst gemeint und nicht bloß symbolisch. Eine Beteiligungskultur muss sorgfältig entwickelt werden, damit Ideen aus der Bürgerschaft tatsächlich Wirkung entfalten und nicht hinter verschlossenen Türen abgeblockt werden. Enttäuschte Engagierte kehren oftmals nicht zurück.
Deutlich wird: Flache Hierarchien, etwa durch unkonventionelle, nicht-hierarchische Organigramme und die Einrichtung mehrerer kleiner Bürgerräte, stärken die Mitmachbereitschaft und die Vielfalt des Engagements. Insbesondere generationenübergreifende Beteiligungsformate werden als wichtiger Erfolgsfaktor genannt. Zugleich finden digitale Partizipationswerkzeuge und Kommunikationsplattformen Anerkennung, sofern sie menschliche Begegnungen nicht ersetzen, sondern niederschwellig ergänzen.
Die Gemeinwohlorientierung steht im Fokus: Verwaltung soll als Fördersystem für Engagement und innovative Netzwerke agieren, nicht als Ersatz ehrenamtlicher Strukturen. Solidarische Wirtschaftsweisen, Netzwerke des Commoning und die Weiterentwicklung nachhaltiger Stadtentwicklung – etwa durch die Nutzung von Leerstand als Potenzialraum – werden als Zukunftsthemen herausgestellt. Um Risiken der Überlastung des Ehrenamts zu begegnen, bedarf es klarer Trennlinien zwischen staatlichen Aufgaben und zivilgesellschaftlicher Initiative.
Erfolgsentscheidend ist laut der Diskussion, dass Verwaltung und Politik Beteiligung als Chef*innen-Sache ansehen – und dass Transformationsprozesse transparent, generationenübergreifend und kontinuierlich angelegt sind. Programme wie „Engagiertes Land“ oder die Idee von öffentlich zugänglichen Good Practice-Datenbanken unterstützen den Wissenstransfer und das Lernen von Vorreitern. Herzberg (Elster) Kreisstadt wird so als lebendiges Beispiel für gelingende Kooperation, Innovationsgeist und die Verbindung von Verwaltung, Zivilgesellschaft und Gemeinwohl sichtbar gemacht.
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